Gutes Essen, das Spaß macht

Warum gemeinsame Mahlzeiten so wichtig sind

Früher selbstverständlich, heute immer schwerer zu organisieren: Das gemeinsame Essen mit der ganzen Familie. Dabei ist das Beisammensein am Tisch wichtig, um Kommunikation und Zusammengehörigkeit zu Hause zu stärken.

Zeit ist heutzutage ein knapperes Gut denn je. Das gilt insbesondere für junge Familien. So gerät mancher gute Brauch zusehends ins Hintertreffen. Dazu gehört auch das gemeinsame Familienessen am Tisch. Die Ursachen liegen auf der Hand: In immer mehr Familien sind beide Elternteile berufstätig, die Kinder nehmen ihre Hauptmahlzeiten in der Kita oder Schulkantine zu sich und der sogenannte Freizeitstress strapaziert den ohnehin schon straffen Familienzeitplan zusätzlich.

Gerade vor diesem Hintergrund ist die regelmäßige Familienzusammenkunft am Esstisch so immens wichtig. Dabei muss sich gar nicht alles nur ums Essen drehen. Gemeinsame Mahlzeiten vermitteln gegenseitige Wertschätzung und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. Außerdem sind sie gerade bei straffem Zeitplan eine Kommunikationsplattform. Dabei muss nicht immer eitel Sonnenschein herrschen. Vielleicht lässt sich die Fünf in Mathe ja bei Papas Lieblingsessen anbringen, sodass die Reaktion milde ausfällt.

Die Freude darf nicht zu kurz kommen
Sätze aus Elternmund wie „Sei still und iss!“ gehören hoffentlich der Vergangenheit an. Die Stimmung bei Tisch soll schließlich vor allem positiv sein, das gemeinsame Erleben und Essen ein Grund zur Freude sein. Der elterliche Frustabbau nach einem harten Tag im Büro ist genauso fehl am Platz wie ausufernde Diskussionen über die schulischen Leistungen der Kids. Natürlich dürfen Probleme dennoch angesprochen und Sorgen geteilt werden. Konstruktive Tischgespräche stärken das Miteinander und unterstützen das Kind auch in seiner Sprachentwicklung.

Es muss nicht jeder zu seinen Gaumenfreuden „gezwungen“ werden. Warum dem Nachwuchs nicht die beliebten Nudeln in Tomatensauce genehmigen, während die Eltern Steak und Salat genießen. So ist die Vorfreude aufs Essen bei allen Beteiligten groß und nebenbei wird den Kids vermittelt, dass Essen weder Pflichtübung noch eine nebensächliche Angelegenheit ist. Natürlich sollte der Fernseher ausgeschaltet bleiben und die Eltern ihre Smartphones bei Tisch ruhen lassen. Sonst bekommen Kinder ständige Ablenkung und Zerstreuung vorgelebt.

Gutes Timing und sinnvolle Werte
Niemand erwartet, dass jeden Tag um Punkt 18 Uhr das Abendessen auf dem Tisch steht. Dennoch sollten gerade junge Eltern versuchen, alle Familienmitglieder so oft wie möglich gemeinsam an den Tisch zu bringen. Das einmal gekochte Essen in mehreren Etappen aufzuwärmen, ist sowohl der Esskultur als auch dem familiären Gemeinschaftserlebnis abträglich. Gemeinsames Frühstück am Sonntag sollte ohnehin kein Problem darstellen. Eltern können die Gelegenheit nutzen, um ihren Sprösslingen zu zeigen, welche Nahrungsmittel gesund und dennoch lecker sind. Denn wie man isst, so fühlt man sich.

Das Wichtigste im Überblick
  • Gemeinsame Mahlzeiten stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl

  • Es geht nicht ums Essen alleine

  • Konstruktive Tischgespräche stärken das Miteinander und unterstützen das Kind auch in seiner Sprachentwicklung

  • Fernseher und Smartphones sollten bei Tisch ausgeschaltet bleiben

  • Jeder kann eine kleine Aufgabe übernehmen, um das gemeinsame essen zum Erfolg zu führen

  • Pünktlichkeit und Tischmanieren sollten nicht an erster Stelle stehen

Gute Tischmanieren sind zwar nicht von gestern, sollten aber beim gemeinsamen Frühstück oder Abendessen nur die zweite Geige spielen. Vielmehr geht es um gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme, das heißt um wichtigere Werte als Etikette und das Vermeiden von Soßenflecken. Neben den gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten stärkt auch eine Aufgabenteilung bei der Zubereitung das Band zwischen Eltern und Kindern – was sich wiederum positiv auf die familiäre Stimmungslage auswirkt. Kinder können zum Beispiel den Tisch decken, Papa hilft beim Abspülen, Mutti hält einen Nachtisch zur „Belohnung“ bereit – oder umgekehrt.

„Wir sind uns wichtig und gerne zusammen“ sollte das gemeinsame Motto bei Tisch lauten. Wer das beherzigt, leistet einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschafts- und Esskultur der eigenen Kinder.

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