Gutes Essen, das Spaß macht

Topfenkolatsche, Beuschel und Paradeiser – Erklär deinem Kind klanghafte Speisen in Österreich

Unser südliches Nachbarland ist wunderschön und gerade mit Kindern auf Reisen ist es angenehm, wenn man nichts übersetzen muss. Hier gibt es in Österreich allerdings Einschränkungen: Gemeint ist nicht die Mundart, sondern mitunter skurrile Begriffe auf der Speisekarte. Wir bieten eine kleine Führung durch die österreichische Küche.

Urlaub in Österreich ist immer lohnenswert: Egal, ob es gilt, die letzten schneesicheren Tage zu nutzen oder ob du im Frühling über duftende Bergwiesen stapfen möchtest. Mächtige Gipfel, traumhafte Seen und hübsche Altstädte machen das Land zum Reise-Hotspot. Gerade für einen Urlaub mit Kind ist Österreich ein prima Ziel. Ein weiterer Pluspunkt ist die österreichische Küche. Die bietet jede Menge deftige und süße Leckereien, auf die gerade Kinder stehen. Manchmal musst du deinem Kind aber sicher erklären, was sich hinter den Bezeichnungen auf der Speisekarte verbirgt – und in einigen Fällen musst du vielleicht selbst überlegen.

Schnitzel und seine Beilagen

Wenn dein Kind nicht vegetarisch essen möchte, kommst du im Österreich-Urlaub kaum daran vorbei, ihm das ein oder andere Wiener Schnitzel zu bestellen. Dabei gibt es eigentlich nur zu beachten, dass das echte Wiener Schnitzel aus Kalbsfleisch besteht, ein Schnitzel Wiener Art kann auch aus Schweinefleisch bestehen. Bei der Beilage könnte es schnell zur Frage kommen: „Was ist denn Erdäpfelsalat?“ Das ist natürlich nichts Anderes als Kartoffelsalat. In Süddeutschland und Österreich wurde das französische Wort für Kartoffel pommes de terres einfach wörtlich übersetzt.

Vielleicht darf es aber auch ein Vogerlsalat sein? Dahinter verbirgt sich kein totes Gefieder, sondern einfach Feldsalat. Sollten sich Paradeiser im Salat befinden, ist der Bezug zum Paradies nicht fern. Besonders rote Äpfel wurden früher als Paradiesäpfel benannt, die Bezeichnung ging in Alpenländern auf die ähnlich aussehende Tomate über. Ob deinem Kind Beuschel schmecken, ist fraglich: Dabei handelt es sich nämlich um Lunge, zum Beispiel vom Kalb.

Wohlklingende Süßspeisen

Wenn dein Kind den ganzen Tag die Piste runtergesaust ist oder sich steile Hänge emporgekämpft hat, hat es sich einen leckeren Nachtisch redlich verdient. Gerade hier bietet die österreichische Küche eine große Vielfalt. Die Liebe zum Palatschinken, dem Pfannkuchen, teilt man in Österreich mit den meisten Regionen in Mittel- und Osteuropa, mit denen man einmal gemeinsam die Habsburger-Monarchie bildete. Das Wort kommt in vielen Varianten in slawischen Sprachen vor und hat seinen Ursprung wohl im lateinischen Wort placenta (Kuchen).
Nach einer standesgemäßen Nachspeise für kleine Urlauber klingt der Kaiserschmarrn. Der hat seinen Namen daher, dass er bereits Kaiser Franz Joseph besonders geschmeckt haben soll. Der Teig unterscheidet sich nicht wesentlich vom Palatschinken-Teig, es wird allerdings mehr Zucker und geschlagener Eischnee untergehoben. Vor allem aber wird der Kaiserschmarrn in dicke Teigteile gerupft.

Vielleicht fragt dein Kind dich – und du selbst dich auch – was Topfenkolatsche ist. Das Wort Kolatsche kommt ursprünglich vom slawischen koláč. In vielen osteuropäischen Ländern bezeichnet es ein süßes Gebäck, das als Teil eines Rituals einem jungen Hochzeitspaar überreicht wurde. Gefüllt wird so eine Kolatsche mit verschiedenen Leckereien. Eine Möglichkeit ist Topfen: So nennt man in Österreich Quark.

Schlagobers über den Kleinen Schwarzen?

Wenn du zur Nachspeise gerne Sahne hättest und keine kritischen Blicke dazu ernten möchtest, bestell besser Schlagobers. Und wenn es noch ein Kaffee sein darf, ist ebenfalls kulturelle Sensibilität geboten: Allerdings ist die Liste an Varianten lang. Wer einen Kleinen Schwarzen bestellt, erhält einen kleinen Mokka, eine Melange ist ein Milchkaffee und ein Einspänner bezeichnet einen kleinen Mokka mit viel Schlagobers.
Ein paar weitere speziell österreichische Begriffe gefällig? Ribiseln sind Johannisbeeren, was auf das italienische ribes zurückgeht. Auch aus dem Italienischen stammt, abgewandelt, das Wort für Blumenkohl: Karfiol. Zum Tafelspitz gibt es Kren, also Meerrettich. Bummerlsalat ist Eisbergsalat und Pfifferlinge werden im Alpenland Eierschwammerl genannt.

Das Wichtigste im Überblick
  • Viele Speisen haben in Österreich andere Bezeichnungen als in Deutschland
  • Manche der Wörter kommen historisch bedingt aus dem slawischen Sprachraum
  • Teilweise wurde ein französischer Begriff wörtlich übersetzt
  • Teigwaren als Nachspeise sind eine österreichische Spezialität und schmecken Kindern besonders
  • Es gibt eine große Vielfalt an Kaffeevariationen

Die Liste ließe sich verlängern. Am besten lernst du und dein Kind vor Ort fließig weiter und ihr lasst euch von den liebevollen Ausdrücken überraschen. An erster Stelle sollte aber das Genießen stehen. In diesem Sinne: Ski Heil und viel Spaß beim Schlemmen.

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