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Mama, Papa, iPhone – die richtige Medienerziehung für dein Kind

Früher oder später wollen Kinder es unbedingt: Mit Computer, Smartphone und den Inhalten darauf umgehen. Und das ist auch gut so. Denn wie bei vielen Dingen im Leben gilt auch hier: Früh übt sich. Doch ab welchem Alter sollte dein Kind tatsächlich welche Medien nutzen? Wir geben wertvolle Tipps für die Orientierung.

Kommt dir das bekannt vor? Dein Kind bedient dein neues Smart TV-System sicher, während du noch nach den richtigen Knöpfen suchst? Das kann deprimierend sein, ist aber ganz normal, denn die Kleinen kommen heute früh in ersten Kontakt mit Technik und gehen dementsprechend unbedarft an alle möglichen Anwendungen heran. Gut möglich also, dass dein Kind in Sachen Technik fitter ist als du.

Die Frage dabei: Ab welchem Alter ist der Umgang mit Smartphone oder Computer überhaupt sinnvoll für die lieben Kleinen? Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Sie hängt zunächst von den technischen Fähigkeiten deines Kindes ab. Die werden naturgemäß dadurch geschult, dass es in seinem Umfeld mitbekommt, wie Medien genutzt werden, also auch daran, wie du das tust. Doch ein paar Knöpfe bedienen ist bei weitem nicht alles. Die wichtige Frage lautet also: Ist dein Kind wirklich reif für die Inhalte und Reize, denen es ausgesetzt ist? Besitzt es die nötige Medienkompetenz?

Bei diesen Fähigkeiten unterscheiden sich auch gleichaltrige Kinder teilweise erheblich untereinander. Sprich hierzu mit Lehrern oder Kindergärtnern, wenn du dir nicht sicher bist. Vielleicht wurden ja auch in Kindergarten und Schule schon digitale Medien eingesetzt und die Pädagogen können euch mit wertvollen Tipps zur Seite stehen.

Prüfe genau: Hat dein Kind diese Fähigkeiten?
  • Technischer Umgang mit Geräten
  • Inhalte einordnen
  • Botschaften hinterfragen
  • Eigene Handlungen reflektieren
  • Sinnvolles von Sinnlosem trennen
  • Exzessiven und ziellosen Medienkonsum vermeiden
  • Sich nicht durch andere Aufgaben ablenken lassen
  • Aus eigenem Antrieb ein Ende finden

Die ganz Kleinen

In kleinen Dosen und mit den richtigen Programmen können auch Kleinkinder bereits auf sinnvolle Weise Medien nutzen. Natürlich solltest du hier stets mit dabei sein. So gibt es für die ersten Lernschritte gerade bei Spracherziehung die passenden Apps – oder solche, mit denen dein Kind den Umgang mit Zahlen besser versteht.

Das passende Gerät für solche sinnvollen ersten Übungen im Medienkonsum ist ein Tablet-PC. Ein großes Display mit guter Auflösung, sodass auch für kleinere Kinder die Farben, Zahlen und Buchstaben gut erkennbar sind, ist einer der Pluspunkte des tragbaren Geräts. Ein weiterer Vorteil: Während du dein Smartphone stets griffbereit hast, kannst du bei einem Tablet gezielt überlegen, ob es wirklich beim Ausflug oder zu einer Familienfeier mit muss, oder ob du die „Ich will die App spielen-Falle“ lieber umgehen möchtest.

Vorschulkids

Kindern im Vorschulalter kannst du schon mehr Zeit am Bildschirm zugestehen, und natürlich können sie bereits komplexere Übungen machen. So gibt es Apps, mit denen die lieben Kleinen spielerisch lernen, Alltagssituationen zu meistern. Mit digitalem Memory schulen sie ihr Gedächtnis und erlernen Zusammenhänge zwischen Dingen. Vielleicht lässt du ein Kind während des Spielens oder Lernens auch schon mal ein bisschen allein. Trotzdem solltest du immer mal wieder vorbeischauen und prüfen, ob dein Kind sich auch am Tablet mit den richtigen Dingen beschäftigt.

Profi-Gamer in der Grundschulzeit?

Spielekonsolen sind immer ein heikles Thema und doch der große Traum vieler Kids. Irgendwann wird auch bei deinem Kind der Wunsch nach einer eigenen Konsole aufkommen. Vor Vollendung des 6. Lebensjahres solltest du davon Abstand nehmen. Danach kannst du durch die Empfehlungen der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) zumindest erfahren, ob einzelne Spiele für dein Kind unbedenklich sind oder nicht. Die endgültige Entscheidung obliegt aber natürlich dir. Schließlich weiß niemand besser, ob ein bestimmtes Spiel den individuellen Anforderungen deines Kindes gerecht wird, als du.

Smartphone für smarte Kids

Die wichtige Frage, wann es Zeit für ein eigenes Mobiltelefon für deinen Nachwuchs ist, hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst ist wichtig zu wissen: Wie verantwortungsbewusst im Umgang mit technischen Gegenständen erlebst du dein Kind?

Wie wäre es zunächst mit einem einfachen Handy ohne Internetzugang? So bringst du deinem Kind das mobile Telefonieren und Simsen näher, ohne ihm Zugang zur großen weiten Welt des Internets zu geben. Auch die niedrigeren Kosten kommen dir hier zugute. Gleichzeitig bekommen du und dein Kind so eine gewisse Sicherheit, schließlich könnt ihr euch stets erreichen. Außerdem wird so der Umgang mit Technik geübt.

Etwas ganz anders ist ein eigenes Smartphone – nicht nur wegen der deutlich höheren Kosten. Mit einem Smartphone kann dein Kind prinzipiell unbegrenzt im Internet unterwegs zu sein, daher gilt hier Vorsicht. Du kannst dabei jedoch Grenzen setzen.

Nicht ins falsche Netz gehen

An unbeaufsichtigte Internetnutzung solltest du vor dem 12. Geburtstag auf keinen Fall denken, besser erst ab dem 14. Geburtstag. Die gute Nachricht: Du kannst beim Smartphone den Zugang zum Internet gezielt einschränken oder auch ganz verhindern. In den Einstellungen aller Geräte findet sich die Möglichkeit, bestimmte Apps sowie Internetbrowser zu blockieren bzw. nur mit Passwort freizugeben. Bevor du deinem Kind Zugriff auf Internet und bestimmte Apps gewährst, schau dir an, was es auf den „Familiengeräten“ konsumiert. Entscheidest du dich für eine Freigabe, blockiere in den Einstellungen zumindest die nicht jugendfeien Inhalte. Es gibt auch eine Art „weiße Liste“: Diese App bietet eine Liste unbedenklicher Seiten. Und dann beobachte dein Kind eine Weile genau: Verhaltensänderungen können darauf hindeuten, dass er oder sie Inhalte oder einfach den Umfang des Konsums nicht richtig verarbeiten kann.

Das Wichtigste im Überblick
  • Schon kleine Kinder können über sinnvolle Lern- und Spiele-Apps an Mediennutzung herangeführt werden
  • Das Endgerät sollte nicht unbegrenzt in der Hand deines Kindes sein
  • Ab welchem Alter dein Kind sinnvollerweise welche Medien nutzt, hängt immer von der individuellen Entwicklung ab
  • Das Mobiltelefon sollte zunächst ein Handy ohne Internetzugang sein
  • Internetnutzung unbeaufsichtigt nicht vor dem 12. Geburtstag
  • Limitierter Zugang zum Internet oder einzelnen Seiten ist sinnvoll

Eine Patentempfehlung für den richtigen Medienkonsum bei Kindern gibt es nicht. Wichtig ist hier wie bei anderen Fragen: Bring deinem Kind Verantwortungsbewusstsein bei. Die digitale Welt bietet viele Chancen und Möglichkeiten, aber eben auch Risiken. Führe dein Kind langsam an sie heran und sei selbst ein gutes Vorbild. Denk daran: Das Smartphone muss weder dich noch dein Kind bei allen Anlässen begleiten und auch nicht immer zur Hand sein.

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