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Familie im Wandel

Familie ist heute nicht mehr gleich Familie. Zum internationalen Tag der Familie am 15. Mai, der von der UN initiiert wurde, sehen wir uns die Vielfalt moderner Familienformen an, beleuchten den Wandel des Bildes und ziehen Vergleiche zum Ausland.

Neue vielfältige Formen und Auffassungen von Familie haben die klassische Vater-Mutter-Kind-Konstellation abgelöst. Die Bedeutung solcher Konstrukte ist allerdings ungebrochen, selbst wenn die Zahl der Eheschließungen jährlich zurückgeht und es immer mehr Single-Haushalte und Alleinerziehende in Deutschland gibt.

Familie früher: traditionsbewusst und standardisiert

Nach dem Kennen- und Liebenlernen eines Paares galt es vor allem in den 50er und 60er Jahren als normal, einen traditionellen Familienzyklus einzugehen. Bedeutet: frühe Heirat, ein gemeinsamer Haushalt, ein hart arbeitender Mann, der alleine für den gemeinsamen Lebensunterhalt sorgte und natürlich Kinder. Diese lebten dann meist bis zur Volljährigkeit oder Heirat im selben Haushalt mit den Eltern. Die Hierarchien unter den einzelnen Generationen waren klar und standardisiert.

Familie in Afrika

Familie heute: die Mischung macht’s

Im Wandel der Zeit hat sich die Auffassung von Familie stark verändert: Erwachsene leben und wohnen heute viel häufiger alleine, andere leben in zeitweiligen Beziehungen ohne gemeinsamen Haushalt und eine Familie wird, wenn überhaupt, in höherem Alter gegründet. Auch alternative, vielfältige Lebenskonzepte nehmen zu: Pflegefamilien mit Adoptivkindern, Patchwork-Familien in denen Kinder mit verschiedenen Elternteilen und Halbgeschwistern zusammen aufwachsen, oder Regenbogenfamilien, in denen Kinder von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern erzogen werden, sind in Großstädten bereits Gang und Gäbe. Freundeskreise und andere Netzwerke treten bei vielen jungen Erwachsenen anstelle der eigenen Familie und weichen das klassische Bild immer mehr auf.

Heiraten? Mal sehen …

Der Wunsch einer Eheschließung ist heute oftmals zweitrangig. Auch springen Erwachsene heute mehr zwischen einzelnen Lebensformen hin und her, selbst gemeinsame Kinder sind heute kein Garant mehr für langanhaltende Paarbeziehungen. In Ostdeutschland gibt es heute schon mehr als 50 Prozent uneheliche Kinder. Nichtehelicher Nachwuchs gilt hier heute bereits als normal. Selbes gilt für skandinavische Länder und Frankreich.

Der Wunsch nach einem eigenen Kind

Dennoch ist der Kinderwunsch unter deutschen Erwachsenen ungebrochen, ca. 80 Prozent wünschen sich eigenen Nachwuchs, auch neue Methoden sind heute eine Option, um diesem Wunsch nachzukommen. Zuletzt stieg auch die Anzahl der Geburten erstmals wieder an – über 700.000 Babys erblickten 2016 in Deutschland das Licht der Welt.

Kind und Karriere

Das Leitbild des Mannes als Familienernährer schwindet immer mehr, Väter nehmen heute auch Erziehungsaufgaben wahr und schätzen die gesetzliche Elternzeit. Eltern teilen sich heute vermehrt die Erziehungsaufgaben der eigenen Kinder – beiden Elternteilen ist aber auch individuelle Karriere und persönliche Weiterentwicklung wichtiger denn je.

Aufgrund von instabilen Bindungsverhältnissen und Wechsel der Lebensgewohnheiten ist für Eltern heute die persönliche Unabhängigkeit unverzichtbar – der schnelle Wiedereinstieg in den Job trotz Kind ist vielen ein Herzenswunsch, bedingt vor allem durch die besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten, auch für Frauen. Hier besteht für Deutschland im internationalen Vergleich noch Aufholbedarf: Der flexible Wiedereinstieg nach der Elternzeit, beispielsweise für Mütter in Teilzeit, ist noch nicht flächendeckend problemlos möglich.

Familie in Afrika

Ein Blick über den Tellerrand: Familie in Afrika

Ganz anders geht es da auf dem afrikanischen Kontinent zu. Auch wenn einige afrikanische Länder und vor allem die afrikanischen Großstädte sich den westlichen Standards immer mehr angleichen, ist die afrikanische Auffassung von Familie in ländlichen Gebieten immer noch eine ganz andere.
Hier herrschen in Familien noch strikte Hierarchien und klare Regeln, an die sich Familienmitglieder halten müssen. Viele Dörfer haben außerdem ihre ganz eigenen Gesetze. Trotzdem gilt die Fürsorge der Familien- und Dorfmitglieder als oberste Maxime, verarmten oder kranken Menschen nimmt sich das Dorf gemeinsam an.

Autoritäre Kindererziehung

Zu einer traditionellen afrikanischen Familie gehören immer verschiedene Generationen: Vom Baby bis zur Urgroßmutter leben hier alle unter einem Dach. Die meist autoritäre Erziehung des Nachwuchses obliegt oft den Großeltern, da die Mütter meist mit der Feldarbeit beschäftigt sind. Ähnlich wie westliche Patchwork-Familien, kann es auch in afrikanischen Familien sein, dass die Kinder, die zusammen aufwachsen, unterschiedliche Elternteile haben, da Polygamie in einigen Ländern durchaus verbreitet ist. Kinder gelten als Geschenk Gottes, werden von Beginn an aber auch zur Mithilfe erzogen und haben klare Verpflichtungen, denen sie nachkommen müssen. Eine klassische Aufgabe für die Kinder einer afrikanischen Familie ist beispielsweise die Viehzucht oder der Verkauf von angebauten Früchten.

Die Konzepte sind vielfältig und das Bedürfnis nach Individualität innerhalb der Gesellschaft steigt. Es bleibt abzuwarten, welche unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens sich zukünftig daraus ergeben. Auch eine Entwicklung zurück zur klassischen Rollenverteilung ist denkbar.

Das Wichtigste im Überblick
  • Familie wird heute in verschiedenen und vielfältigen Formen gelebt.
  • Das Familienleben und die Auffassung von Familie ist weltweit unterschiedlich.
  • Auch Freunde, Mitbewohner oder Kollegen werden heute unter jungen Menschen mehr und mehr als wichtige Bezugspersonen oder Familienmitglieder gesehen.
  • Die Geburtenrate steigt deutschlandweit in den letzten Jahren wieder an.
  • Junge Erwachsene binden sich heute nicht mehr so schnell, Eheschließungen sind deutschlandweit weiterhin rückläuft.
  • Auch die klassischen Rollen- und Leitbilder im Konstrukt Familie weichen nach und nach auf.

 

 

Welche Familienform euren Haushalt auch ausmacht, wir wünschen dir und deiner Familie einen friedlichen und schönen Tag der Familie.

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